Mark Braun

‚Jedes Material hat einen eigenen Charakter, den es zu entdecken und so einzusetzen gilt, dass er überrascht und dennoch stimmig ist.‘, beschreibt der Berliner Designer Mark Braun. Seine Arbeiten strahlen bescheidene Eleganz aus, sie sind funktional und tragen ihre ganz eigene Handschrift.
Die Freude und Leidenschaft für die Gestaltung unterschiedlicher Materialien und somit die Liebe zur Gestaltung seiner Umgebung entdeckt Mark während seiner Tischlerausbildung, die ihn zum Designstudium führt. Das Studium schließt er 2006 ab und gründet ein Jahr darauf sein eigenes Studio in Berlin. Der Wahlberliner erzählt uns wie ihn seine Großeltern, die beide als Architekten arbeiteten, schon sehr früh durch ihre Vorliebe für skandinavisches, bzw. schwedisches Design beeinflussten und prägten. Das lässt sich in der zurückhaltenden Schönheit und Schlichtheit seiner entworfenen Objekte erkennen. ‚Schließlich spiegelt sich jeder Charakter ein Stück weit in den Dingen mit denen er sich umgibt wieder.‘ So sieht sich Mark Braun eher als ‚Neuinterpretierer‘, er setzt bereits vorhandene Objekte in einen neuen Kontext und verleiht ihnen neue Züge und eine eigene Ästhetik.

Über den Tellerrand zu schauen ist Mark sehr wichtig, ein Material zu testen, seine Eigenschaften zu erfahren und und sich mit ihm vertraut machen hat einen großen Stellenwert. So können vermeintliche Produktionsfehler auch Lebendigkeit ausstrahlen und eine ganz eigene Symbolik, Authentizität und Einzigartigkeit kommunizieren.
Sein jüngstes Projekt ist aus einer Kollaboration mit der Edelobstbrennerei Stählemühle hervorgegangen: eine Brandyflasche, die durch klassisch zeitloses Design besticht und nach Verzehr des Produktes als Designobjekt Verwendung finden kann.
Von angesagten Trends versucht er sich nicht allzu sehr beeinflussen zu lassen. ‚Natürlich ist es wichtig zu wissen, was in der Designwelt gerade los ist, aber wenn alles plötzlich beginnt mit ein und dem selben Material zu arbeiten, bin ich nicht wirklich die Person, die sofort auf den Zug mit aufspringt. Aber ich bin genau wie jeder Andere äußeren Einflüssen ausgesetzt.‘
Seine Serie ‚Les Trios‘, die in Zusammenarbeit mit der französischen Gallery Grandville Paris entstanden ist, ist antiken Amphoren nachempfunden. Die Farbgebung der Vasen, mit Rot, Gelb und einem dunklen grünlichen Petrol, erinnert an die Güter die vor tausenden Jahren vorwiegend in Amphoren transportiert und gelagert wurden: Wein, Honig und Öl. Mark gelingt scheinbar spielerisch die Neuinterpretation eines altbekannten Objekts auf eine unerwartete und erfrischende Weise.
Er sucht weniger Lösungen zu disfunktionalen Aspekten des Alltags zu finden, vielmehr möchte er ‚Dinge entwerfen, die neu und zugleich vertraut erscheinen‘. Während er uns seine Vorgehens- und Annäherungsweisen an Materialien und Designprozesse erklärt zeigt er uns seine jüngstes Projekt namens Lift, ein multifunktionales Möbel oder vielmehr Tisch, lächelt dabei und streicht über das Material. Mark Braun gelingt es hohe Qualität und Funktionalität mit stilechtem Design zu verbinden und in einer Handschrift, die pur, zeitlos und wertig ist auszudrücken.

Text by Hannah Edwards | Photography by Caroline Kurze

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